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Wehrkirche Kleinbreitenbach

Kirchgemeinde Kleinbreitenbach, Tel.0162/923 22 50,


Die kleine Dorfkirche stammt ebenfalls wie die Liebfrauenkirche aus dem 13.Jh., deren Turm ursprünglich als Wehrturm erbaut worden ist und deshalb eher einer Burg gleicht. Man findet dort auch Schießscharten und einen Zinnkranz.

Sehr wahrscheinlich wurde die Kirche von den Dorfbewohnern früher in kriegerischen Zeiten als Wehrkirche genutzt. Darauf deutet auch der ehemals vorhandene unterirdische Ausgang aus der Kirche hin, dessen Anfang noch hinter dem Altar unter dem Aufgang zur Kanzel zu finden ist.

Die vier Schallöffnungen für die Glocken wurden erst später eingebrochen wie auch die kegelförmige Turmspitze aufgesetzt. Im Kirchenschiff sind zwei Emporen und ein barocker Kanzelaltar vorhanden - letzterer wird z. T. durch einen Flügelaltar verdeckt, der aus dem Anfang des 16. Jh. stammt und bis 1958 in der Sigismundkapelle seinen Platz hatte.

 

Ostseite mit Holzskulptur im Kirchhof

Nordwestseite

 

Der Flügelaltar soll ursprünglich in Arnstadt gearbeitet worden sein. Er wurde 1988 in den Kirchlichen Werkstätten in Erfurt restauriert, wobei die Illusionsvorhangmalerei freigelegt wurde. Bemerkenswert ist die Zentralfigur des Altars, die nicht wie üblich Christus darstellt, sondern einen Ritter in Rüstung. Sehr schön ist die unter dem Flügelaltar befindliche Abendmahlszene in Reliefschnitzerei.


Die Kirche besitzt auch eine Pieta - eine figürliche Darstellung Marias mit dem Leichnam Christi. Die vorhandene kleine Orgel wurde in Stadtilm gefertigt und stammt aus dem 19. Jh.


Das kleine Gotteshaus unterlag im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen baulichen Veränderungen. Neben dem jetzigen Eingang, über dem die Jahreszahl 1856 steht, ist der noch vermauerte alte Eingang mit Rundbogen erkennbar.


1696/97 wurde die Kirche laut Kirchenrechnung modernisiert und 1779 sowie in neuerer Zeit umfassend renoviert. 1972 wurde das Dach neu gedeckt, 1992 erneuert, weil es schon wieder undicht geworden war. Die letzten Innenrenovierungen fanden in den Jahren 1956 bis 1959 und 2000 statt.

(Quelle: E. Ruckser)

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